Netcup startet nächste Cloud-Generation „EOS“: Neues Webportal, S3-kompatibler Object Storage & OpenAPI
Die Netcup GmbH hat die Pilot- und Preview-Phase ihrer neuen Cloud-Infrastruktur unter dem Namen „EOS“ gestartet.
Damit entfällt für Nutzer die bisherige Trennung der Verwaltungsoberflächen: Bisher nutzten Administratoren das Customer Control Panel (CCP) für Verträge und Rechnungen, während das Server Control Panel (SCP) für Hypervisor-Funktionen, KVM-Snapshots und Systeminstallationen verwendet wurde.
Die EOS-Plattform vereint diese Systeme in einer zentralen Oberfläche und erweitert das Portfolio um neue Cloud-Features.
- AMD EPYC G12
- 2,5G Uplinks
- Live-Telemetrie
- Nürnberg / Wien
- 100% DSGVO
- Multi-AZ Sync
- OpenAPI 3.0
- Offizieller CLI
- Terraform Supp.
1. Die drei Kern-Säulen der neuen EOS-Plattform
A. Einheitliche Benutzeroberfläche
- Single Sign-On (SSO): Keine doppelten Zugangsdaten mehr zwischen Kundenverwaltung (
customercontrolpanel.de) und Serversteuerung (servercontrolpanel.de). Ein einziger Login gewährt Zugriff auf alle Systeme. - Moderne reaktive Web-App:
- Live-Telemetrie von CPU-Auslastung, Speicherverbrauch und I/O-Latenzen direkt im Übersichts-Dashboard;
- Integrierte HTML5-VNC-Konsole mit nativer Zwischenablagen-Synchronisation;
- Feingranulare Rollen- und Rechteverwaltung (RBAC) für Teams und Agenturen, um Technikern Serverzugriff ohne Einsicht in Rechnungsdaten zu gewähren.
B. Enterprise Object Storage (Vollständig S3-kompatibel)
Lange Zeit mussten Netcup-Kunden für speicherintensive Workloads (Nextcloud-Instanzen, große Medienarchive oder Backup-Targets) externe Speicherlösungen anbinden. EOS bringt nativen Objektspeicher auf Enterprise-Niveau:
- AWS S3 API Kompatibilität: Vollständig kompatibel mit gängigen SDKs,
aws-cli,rclone,Cyberduckund Backup-Software wieResticoderBorg. - Multi-Availability-Zone Replikation: Redundante Datenspeicherung zwischen den geographisch getrennten Rechenzentrumsstandorten Nürnberg (Deutschland) und Wien (Österreich).
- DSGVO-konform: Die Datenverarbeitung erfolgt nach europäischen Datenschutzvorgaben ohne Datenübermittlung in Drittstaaten.
C. Moderne OpenAPI 3.0 REST-Infrastruktur
- Vollständige Ablösung der historischen SOAP- und JSON-RPC-Schnittstellen durch eine moderne, standardisierte RESTful API.
- Token-basierte Authentifizierung mit Scope-Einschränkungen.
- Offizielle Bereitstellung eines Terraform Providers und einer nativen CLI (
eosctl), wodurch Infrastructure-as-Code (IaC) vereinfacht wird.
2. Praxis-Beispiel: Anbindung von Netcup EOS S3 an Rclone
Dank nativer S3-Kompatibilität lässt sich der neue Objektspeicher in Sekunden konfigurieren:
# ~/.config/rclone/rclone.conf
[netcup-eos]
type = s3
provider = Other
env_auth = false
access_key_id = DEIN_API_ACCESS_KEY
secret_access_key = DEIN_API_SECRET_KEY
endpoint = s3.eos.netcup.net # Hinweis: Aktuellen Endpoint im EOS Dashboard prüfen
region = eu-central-1
acl = private
Anschließend können Backups oder Sync-Aufträge direkt ausgeführt werden:
# Verfügbare Buckets anzeigen
rclone lsd netcup-eos:
# Lokales Backup verschlüsselt in den Netcup S3 Bucket synchronisieren
rclone sync /var/www/backups netcup-eos:production-backups --progress --fast-list